Eigenwerke werden zu eigenen Werken

12. Juni 2015  |  Mitglieder erzählen über das Uferwerk |  von Maike Ahlers

Unsere Eigenwerkswochenenden haben sich im monatlichen Rhytmus etabliert. Unser Ziel ist es alles an Arbeiten aus dem Weg zu schaffen, die uns später teure Handwerkerstunden kosten. Doch mit den Wochenenden zeigt sich immer mehr, dass uns der verbindende und sinnstiftende Anteil viel wichtiger wird.

Bei allen Sorgen um steigende Baupreise, langen Verwaltungsstunden, wichtigen Sitzungen und rauchenden Köpfen, macht es einfach glücklich mit den Händen zu arbeiten, einzureissen, damit neues entstehen kann, in „meiner“ Wohnung zu stehen und zu erleben, wie alle hier schon Hand angelegt haben, sich tragen lassen zu dürfen von anderen, für egal wer da wohnt die Fliesen abzuhauen, Kinder dabei zu haben, die gut versorgt sind in dem Kinderprogramm oder neben mir mit dem Hammer stehen, staubig, dreckig und abgekämpft zu einem gedeckten Tisch zu kommen, weil andere für mich kochen und sorgen, zwischendurch baden gehen, weil keiner eine Stechuhr zückt und ich jetzt Pause machen will. Mich gebraucht fühlen und trotzdem frei bleiben.

Wir erfühlen jetzt was Gemeinschaft kann und wir haben Lust auf das ganze Gemeinschaftspaket mit allen Konflikten und Kämpfen und allen Möglichkeiten von Verbundenheit, versorgt sein und versorgen.

Du kannst die große Flex stemmen, ich kann Torte machen, ich kann Pläne lesen und du den Schlagbohrer wirbeln, ich saniere Asbest und du baust das Floß mit den Kindern. Ich reiße die Wand ein und du stapelst die Steine. Wir hebeln die Stahltore gemeinsam aus, wir stehen zusammen im Dreck, wir machen zusammen den Buckel krumm. Unsere Synergieeffekte begeistern.

Unsere Eigenwerkswochenenden werden immer mehr zu Hause Wochenenden. Wir übernachten in Zelten, in frisch entkernten Zimmern, wir spielen Volleyball in der Mittagspause und schauen Fussball am Abend und wenn ich morgens in die Bauküche komme hat irgendwer schon Kaffe aufgesetzt.

Wie geil ist das?