Was wir leben.

Wir wollen im Uferwerk eine lebendige Nachbarschaft leben, die nach solidarischen und ökologischen Grundsätzen agiert. Dies betrifft unser Zusammenleben, unsere Energieversorgung, unsere Bauweise und Vieles mehr. Hier zeigen wir, welche Vorhaben wir bereits umsetzen und von welchen Projekten wir noch träumen.

Mehrgenerationenwohnen – ein Wohnkonzept für Alt und Jung

Im Uferwerk wird die Idee des Zusammenlebens mehrer Generationen aktiv gelebt. Unser Mehrgenerationenprojekt ist eine Wohnform, bei der beide Seiten, jung und alt, viel gewinnen können. Menschen der Generation 60 plus leben mit jungen Familien und Personen jeden Alters in nachbarschaftlichem Miteinander, teilweise in Wohngemeinschaft. So begegnen sich hier verschiedene Generationen im Alltag, tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig. Die gemeinsame Arbeit im selbstverwalteten Projekt wird durch Alltagskompetenzen auf der einen Seite, sowie Erfahrungswissen auf der anderen bereichert. Der generationsüberschreitende tägliche Kontakt  fördert den Zusammenhalt zwischen allen Menschen im Projekt und mit Sicherheit ist die bunte Mischung aus jung und alt eine Bereicherung für den Lebensalltag aller Bewohner.


Ökologisch Bauen – ein Haus aus Stroh

Es war uns von Anfang an ein Anliegen bei der Sanierung der Altbauten und der Errichtung der Neubauten möglichst ökologische Baustoffe zu verwenden (zB. Holzständerbauweise, Dämmung mit Holzweichfaser). Ein Neubau hat dabei besonderen Modellcharakter - Haus 28: Das zweigeschössige Mehrfamilienhaus wurde als Strohballenbau errichtet, dabei handelt es sich um eine alte, an das klassische Fachwerkhaus angelehnte Form des Hausbaus. Stroh als Baustoff zeichnet sich durch eine außergewöhnlich positive Ökobilanz aus – weil Stroh CO2-neutral produziert wird, regional erhältlich ist, die Pflanzen sehr schnell nachwachsen und in den Verarbeitungsprozessen vergleichsweise wenig Energie benötigen. Im Sommer/Herbst 2016 wurde auf dem Fundament einer abgetragenen Werkshalle ein modernes, ökologisches Strohballen-Mehrfamilienhaus mit einem Tragwerk aus Holzständern, dessen Zwischenräume (Gefache) mit Stroh ausgefüllt werden, errichtet. Die Dachkonstruktion beruht auf Leimbindern, gedämmt wurde das Dach mit Zelluloseflocken und Holzweichfaserplatten. Sämtliche Innenwände, sofern sie als Wohnungstrennwände keinen Brandschutzanforderungen unterliegen, wurden mit Zellulose ausgeflockt. Die Außenwände wurden innen mit Lehm, außen mit Kalk verputzt. Das mit seiner Längsseite nach Süden ausgerichtete Gebäude gibt auf zwei Etagen Platz für 11 Wohnungen. Im Obergeschoss werden diese durch einen Laubengang erschlossen. Seine Gesamtwohnfläche von ca. 1155 qm macht HAUS 28 zum derzeit größten Strohballenwohnhaus Deutschlands.


Uferenergie – warm, aber bitte Grün!

Das Energiekonzept des Uferwerks hat das Ziel, uns zu einem möglichst hohen Anteil mit erneuerbaren Energien zu versorgen, eine hohe Energieeffizienz zu erreichen und dabei teilweise Energie-autark zu arbeiten. Die Basis-Energieversorgung im Uferwerk wird über Photovoltaikanlagen gewährleistet, die auf den drei nicht-denkmalgeschützten Süd-Dächern der Häuser angebracht sind. Aufgrund der geringen Dachneigung produzieren die Anlagen über einen großen Teil des Tages elektrische Energie. Dadurch werden zum einen unsere Wohnungen und Gemeinschaftsräume mit Strom versorgt, vor allem aber auch Wärmepumpen angetrieben. Diese Wärmepumpen nutzen wiederum die Abluft aus den Wohnungen, um daraus Warmwasser und vom Herbst bis zum Frühjahr auch die Basis der Heizungswärme zu generieren. Weiterlesen...


Foodcoop Gute Luise e.V. – ökologische Lebensmittel aus der Region

Seit dem Sommer 2016 gibt es auf dem Uferwerksgelände auch die Foodcoop Gute Luise e.V. Eine Foodcoop ist eine Bestellgemeinschaft von Personen und Haushalten, die selbstorganisiert biologische Lebensmittel direkt von lokalen Bauernhöfen und Produzent_innen beziehen. FoodCoops sind ein Ausdruck der Kritik am gängigen Lebensmittelsystem (industrielle Landwirtschaft, Massenproduktion, lange Transportwege und Ungleichheiten). Wichtig ist, dass die Lebensmittel ökologisch produziert werden, die Wege kurz sind und wir persönlichen Kontakt zu den Produzent_innen haben. Die Gute Luise ist kein Laden sondern ein Gemeinschaftsprojekt, in dem alle Mitglieder aktiv mitarbeiten. Momentan werden wir beliefert vom Biohof Werder, SpeiseGut, Neue Mühle Dahnsdorf, Biohof am Butzelberg, Mosterei Ketzür, Märkisch Landbrot, Sauenhain Potsdam, Hof Dingenthal, FairBindung und einem Großhändler. 


Mobilitätskonzept – wie wollen wir uns bewegen?

Seit ihren Anfängen gibt es unter den zukünftigen Bewohnern des Uferwerks den Wunsch nach einem umweltfreundlichen Mobilitätskonzept. Die Lage am Bahnhof Werder war für viele Mitglieder mit ausschlaggebend für die Entscheidung, ihre Berliner und Potsdamer Kieze gegen eine Kleinstadt im Berliner Umland einzutauschen. Es freut uns sehr, dass unsere Planungen zu umweltfreundlichen Mobilitätsformen und zu Energie- und Ressourceneffizienz in den kommenden Monaten professionelle Unterstützung bekommen. Das Uferwerk wurde ausgewählt, um als Praxisbeispiel für das Forschungsprojekt Wohn.Mobil zu fungieren, dessen Ziel es ist, einen Wissens- und Praxistransfer zwischen gemeinschaftlichen Wohnungsinitiativen und Wohnungsunternehmen anzustoßen. Die Beteiligung an dem Projekt ist für uns hochinteressant: Wir werden mit fachlicher Expertise bei der Erstellung und zeitnahen Umsetzung eines Mobilitätskonzepts unterstützt und haben die Möglichkeit, uns mit anderen Wohnprojekten zu vernetzen und auszutauschen – nicht nur zum Thema Mobilität.


Uferfonds – ein Solimodellversuch

Solidarität ist Teil des Selbstverständnisses unserer Genossenschaft. Einige Mitglieder bewegt die Sorge, das Nutzungsentgelt in finanziellen Notlagen (Jobverlust, Krankheit) nicht  mehr leisten zu können. Als Antwort auf diese Sorge haben wir unseren internen „Solifonds“ etabliert: kein Mitglied soll aufgrund einer (vorübergehenden) Notlage ausziehen müssen. In diesen zahlen die Mitglieder der Genossenschaft - jeder und jede nach ihren eigenen Möglichkeiten – einen monatlichen Betrag ein, alle werden im Bedarfsfall potentiell unterstützt. Kommt es zu dem Fall, dass ein Mitglied die Miete nicht finanzieren kann, ist eine (temporäre) Unterstützung aus diesem Topf möglich. Perspektivisch streben wir an das Solidaritätsprinzip nach außen zu erweitern um bspw. Menschen mit geringerem Einkommen die Mitgliedschaft und das Leben im Uferwerk finanziell zu ermöglichen.