Uferenergie - warm, aber bitte Grün!

Das Energiekonzept des Uferwerks hat das Ziel, uns zu einem möglichst hohen Anteil mit erneuerbaren Energien zu versorgen, eine hohe Energieeffizienz zu erreichen und dabei teilweise Energie-autark zu arbeiten. Die Basis-Energieversorgung im Uferwerk wird über Photovotaikanlagen gewährleistet, die auf den drei nicht-denkmalgeschützten Süd-Dächern der Häuser angebracht sind. Aufgrund der geringen Dachneigung produzieren die Anlagen über einen großen Teil des Tages elektrische Energie. Dadurch werden zum einen unsere Wohnungen und Gemeinschaftsräume mit Strom versorgt, vor allem aber auch Wärmepumpen angetrieben. Diese Wärmepumpen nutzen wiederum die Abluft aus den Wohnungen, um daraus Warmwasser und vom Herbst bis zum Frühjahr auch die Basis der Heizungswärme zu generieren.

Wenn es kälter wird und mehr Heizenergie benötigt wird, springt die zweite Stufe der Energieversorgung an: unser Blockheizkraftwerk. Ein solches Kraftwerk ist deswegen besonders energieeffizient, weil es gleichzeitig elektrische Energie und Wärme produziert. Die elektrische Energie wird dann ebenfalls für den Verbrauch in den Wohnungen und Gemeinschaftsräumen sowie zum Betrieb der Wärmepumpen verwendet. Damit ersetzt das Blockheizkraftwerk in den kälteren – und gleichzeitig dunkleren – Monaten die geringeren Erträge der Solaranlagen. Die gleichzeitig produzierte Wärme wird direkt zum Heizen der Wohnungen verwendet.

Wenn es dann richtig kalter Winter wird und auch die Energie aus dem Blockheizkraftwerk nicht mehr ausreicht, wird die dritte Stufe der Energieversorgung aktiviert: Ein Kessel, der alternativ mit Hackschnitzeln oder Holzpellets befeuert werden kann. Dieser produziert mit hoher Effizienz zusätzliche Wärmeenergie und kann auch mit lokal produzierten Hackschnitzeln aus den umliegenden Wäldern betrieben werden. Ein geräumiger Lagerraum neben unserer Energiezentrale ermöglicht uns die Einlagerung größerer Lieferungen.

Für den Fall, dass wir in einer extremen Kälteperiode noch mehr Heizenergie benötigen, haben wir zusätzlich noch einen großen, regulierbaren Gaskessel. Dieser Kessel trägt gleichzeitig auch zur Betriebssicherheit bei, da er notfalls eine der anderen Anlagen ersetzen kann, falls diese nicht funktioniert. So müssen die Bewohnerinnen und Bewohner des Uferwerks auch in diesem Fall nicht frieren oder auf warmes Wasser verzichten.

Das Energiekonzept ist modular angelegt und in Zukunft noch erweiterbar. Es können beispielsweise auf noch weiteren Dächern Solaranlagen installiert werden. Diese werden aber voraussichtlich nur dann sinnvoll, wenn gleichzeitig ein Batteriespeicher für elektrische Energie zur Verfügung steht, der uns eine Speicherung der am Tage überschüssigen Solarenergie für den Verbrauch am Abend und in der Nacht ermöglicht. Ein solcher Speicher ist momentan trotz entsprechender Förderung noch nicht wirtschaftlich; wir gehen aber davon aus, dass sich dies mit der Entwicklung in den nächsten Jahren ändern wird. Wenn wir den tatsächlichen Verlauf unseres Energieverbrauchs nach einigen Betriebsjahren der bestehenden Anlage genauer kennen, werden wir abschätzen können, ob sich eine entsprechende weitere Investition rentiert und auch ökologisch sinnvoll ist.