Gelände
Wir wohnen auf einem denkmalgeschützten Fabrikgelände am Großen Zernsee. Einige Gebäude stammen von 1897. Anfangs wurden hier Öle und Essenzen hergestellt, nach dem Krieg dann auch „Edeltrunk“. Zwischendurch gab es Bootsbau, später dann Maschinenbau im Schaltgerätewerk Werder (SGW).
Als die Genossenschaft das Gelände übernahm, zog die Schaltgerätewerk GmbH gerade an einen neuen Standort. Es war also kein leerer Ort, sondern ein Werderaner Betriebsgelände mit langer Geschichte. Während wir umbauten, kamen immer wieder ehemalige Beschäftigte vorbei und erzählten vom Arbeitsalltag, von Abteilungen, Büros, Hallen und Menschen. Das hat unsere Fantasie ziemlich belebt.
Seit 2014 haben wir das Gelände Schritt für Schritt umgebaut, saniert, entsiegelt und neu sortiert. Alte Gebäude blieben erhalten, andere verschwanden, Neues entstand auf vorhandenen Fundamenten. Gebaut wurde möglichst ökologisch, viel im Bestand, viel Eigenleistung und viel Geduld.
Auch zwischen den Häusern hat sich der Ort verändert. Wo früher vor allem betonierte Betriebsflächen waren, gibt es heute Gärten, Wiesen, Bäume, Wege und Orte zum Zusammensein. Das Freigelände ist unsere größte Gemeinschaftsfläche.
Wir haben keinen fertigen Ort bezogen, sondern einen bestehenden Ort weitergeschrieben. Mit Respekt vor dem, was vorher war, und mit ziemlich klarer Lust, etwas neues daraus zu machen.
Was hier vorher war
Bevor hier Uferwerk war, wurde auf dem Gelände gearbeitet: mit Ölen, Essenzen, Likören und später im Schaltgerätewerk. Viele Spuren sind verschwunden, manche sind noch sichtbar. Und einige Geschichten kommen von Menschen, die hier früher jeden Tag zur Arbeit gingen.
Aus Fabrik wird Wohnort
Seit 2014 haben wir alte Gebäude umgebaut, neue Häuser auf alten Fundamenten errichtet und das Gelände Schritt für Schritt bewohnbar gemacht. Mit ökologischen Baustoffen, Eigenwerk, Baustellenküche, Fachfirmen, Planungsrunden und der Erkenntnis: Bestand ist toll, aber selten bequem.
Beton raus, Leben rein
Aus viel versiegelter Fläche wurden Gärten, Wiesen, Spielorte und Aufenthaltsräume. Heute wachsen hier Bäume, Gemüse, Hecken und Kinder. Das Freigelände ist nicht Deko um die Häuser herum, sondern ein großer Teil unseres gemeinsamen Alltags.
Haben Sie früher auf dem Gelände gearbeitet oder kennen Sie Geschichten, Fotos oder Erinnerungen zum Schaltgerätewerk? Wir freuen uns über Hinweise und Fundstücke.
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